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  • Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    wenn man sich die Nachrichten der letzten Monate anschaut, könnte man den Eindruck gewinnen, dass das Ende des globalen Wirtschaftens schon eingeläutet ist. Dabei sollte das Ziel jeder vernünftigen Politik neben gesellschaftlicher Stabilität doch die Sicherung und bestenfalls Verbesserung des Wohlstands der Bürgerinnen und Bürger sein. Die Abschottung durch Handelsgrenzen bewirkt eher das Gegenteil. In diesem Sinne sind amerikanische Strafzölle oder gar der Brexit wohl nur die zweitbeste Lösung. Wir brauchen nicht weniger Globalisierung, sondern mehr, um die weltumspannenden Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu lösen. Immerhin ist der jetzt gefundene Kompromiss zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich eine vielversprechende Zwischenlösung. 

    „Tomorrow starts today“, heißt es bei REMONDIS, und als Vorreiter der Wasser- und Recyclingwirtschaft arbeiten wir mit unseren rund 32.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern täglich daran, den Planeten für kommende Generationen als lebenswerten und auskömmlichen Ort zu erhalten. Dafür brauchen wir offene Grenzen und möglichst barrierefreies Wirtschaften auf internationaler Ebene. REMONDIS ist ein Global Player. Als Dienstleistungsunternehmen lösen wir die Aufgabenstellungen unserer Auftraggeber aus Industrie, Handel und Kommunen grenzüberschreitend, effizient und mit dem Vorteil starker Synergien. Unser Angebot im Servicebereich ist ebenso regional verwurzelt wie international vernetzt und in seiner Vielfalt in der Wasser- und Recyclingwirtschaft einmalig. REMONDIS entwickelt viele verschiedene Segmente gleichzeitig und lebt das Prinzip der vertikalen Integration. Unsere Kunden haben Zugriff auf ein kombiniertes Dienstleistungsportfolio von Sammlung, Behandlung, Recycling und Verwertung über Transport, Logistik und Wassermanagement bis hin zu industriellen Services im Bereich Wartung und Instandhaltung. Davon profitieren unsere Kunden und Partner und leisten dabei und dadurch einen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz. 

    Umweltschutz und Rohstoffwirtschaft sind grenzüberschreitend. In diesem Sinne könnte man den chinesischen Importstopp für verschmutzte Plastikabfälle, Elektroaltgeräte, Altpapier und weitere Abfallfraktionen auch als große Chance begreifen. Mit seiner klaren Rohstoffstrategie zwingt das Reich der Mitte die europäische Recyclingindustrie zum Umdenken. Dafür bedarf es jedoch einiger Anstrengungen. Eine Ökodesignrichtlinie für die Recyclingfähigkeit von Produkten soll alle Hersteller dazu bringen, ihre Produkte so zu gestalten, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus zu 100 Prozent recycelt werden können. Die Recyclingindustrie sollte mit größeren Investitionen in bessere Sortierung und Verwertung sowie neue, innovative Verfahren die Qualität aller Rezyklate weiter anheben. Auch hier bestätigt REMONDIS mit gezielten Investitionen seine Innovationsführerschaft. Ein vielversprechender neuer Ansatz ist die Rückführung von Kunststoffabfällen in ihre chemischen Ausgangsstoffe, das sogenannte chemische Recycling. Und last but not least sollte die Politik ein wirtschaftliches Anreizsystem schaffen, das den Einsatz von Recyclingrohstoffen in der Industrie fördert. Der beste Rohstoff nützt ja nichts, wenn er keinen Abnehmer im Markt findet. Jede Kommune und Stadt kann bei öffentlichen Ausschreibungen schon heute als gutes Beispiel vorangehen und gezielt auf den Klimavorteil statt den Preisvorteil setzen.

    REMONDIS geht derweil einmal mehr mit gutem Beispiel voran und investiert in neue Anlagen und Standorte. 

    Viel Spaß beim Lesen der neuen Ausgabe der REMONDIS aktuell wünscht Ihnen

    Egbert Tölle

Effiziente Verbesserung der Wasserqualität

    • Die BRAIN, eine Gesellschaft der REMONDIS-AQUA-Tochter LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG, erhielt kürzlich das Patent für ein langjährig eingesetztes System zur effizienten Verbesserung der Wasserqualität von sauren Gewässern. Es verringert die schädlichen chemischen Reaktionen und verbessert damit erheblich die Wasser­qualität der sauren Bergbauseen.

Kampf gegen niedrigen pH-Wert

Die Ursache für saure Seen ist die Belüftung der geologischen Gebirgsbereiche, wie sie bei der Förderung von Braunkohle in Tagebauen entsteht. Dabei wirkt der Sauerstoff oxidierend auf die dort lagernden Eisenminerale Pyrit und Markasit, die nach Flutung der Gebirgsbereiche mit dem Wasser reagieren. Dadurch entsteht eine schwerlösliche chemische Verbindung, die sich als brauner Niederschlag im Wasser zeigt und einen extrem niedrigen pH-Wert des Seewassers zur Folge hat. Unbehandelt sind die Bergbauseen dadurch nicht uneingeschränkt nutzbar, weder landwirtschaftlich noch für Erholungszwecke.

Neues Verfahren

Um dies zu ändern, hatte die LWG, eine Tochtergesellschaft von REMONDIS Aqua, zusammen mit der Sanierungsgesellschaft NSG bereits in den Jahren 2009 und 2010 an der Entwicklung eines technischen Verfahrens mitgewirkt, das chemische Zusätze in Form sogenannter Konditionierungsmittel in saure Gewässer einbringt.

Die Besonderheit gegenüber anderen bekannten Methoden ist, dass ein Verfahren und eine Einrichtung entwickelt wurden, die unterhalb eines Bootes angebracht werden. Durch die sofortige Vermischung des Kalks mit dem Seewasser ist der Vorgang unter Wasser deutlich effizienter als eine oberirdische Behandlung.

Seit 2017 eingetragenes Patent

    • Das speziell dafür projektierte und gebaute Sanierungsschiff Barbara wurde bereits im Jahr 2012 für Testzwecke in Betrieb genommen. Seit dem Sommer 2013 ist es auf dem Schlabendorfer See im Einsatz und hat seitdem ca. 45.000 Tonnen Kalkprodukte ausgebracht. Dadurch konnte die Wasserqualität entscheidend verbessert und der pH-Wert dauerhaft in den Neutralbereich gebracht werden.

    Ende des letzten Jahres wurde das Schutzrecht zur Nutzung dieser Technik beim Patent- und Markenamt offiziell eingetragen. Patentinhaber und damit auch offizielle Nutzer dieser In-Lake-Bekalkung sind die Unternehmen BRAIN, eine hundertprozentige LWG-Tochter, die LMBV Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH sowie die eta AG. 

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