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  • Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    seit über 40 Jahren gibt es eine Abfallgesetzgebung in Deutschland. In jedem Jahrzehnt wurde mindestens eine wegweisende Entscheidung getroffen, welche die Entwicklung der Abfallwirtschaft weg von der Deponie und hin zu mehr Recycling entscheidend vorangebracht hat. Sei es die Deponieverordnung, die Einführung der getrennten haushaltsnahen Erfassung von Verpackungsabfällen oder das Deponieverbot durch die Technische Anleitung Siedlungsabfälle, kurz TaSi, die auch international als wegweisend und vorbildlich wahrgenommen wird – immer waren es mutige Entscheidungen seitens der Politik, die vor allem von privaten, aber auch von kommunalen Entsorgungsunternehmen mit hohen Investitionen in die Tat umgesetzt wurden. Jetzt ist es wieder so weit. Deutschland steht in puncto Nachhaltigkeit am Scheideweg. Der Entwurf eines neuen Wertstoffgesetzes, mit dessen Ausarbeitung der Bundesrat die Bundesregierung bis zum Ende des Jahres beauftragt hat, bietet die einmalige Chance, das Recycling hierzulande in eine neue Dimension zu katapultieren. Das Potenzial des Abfalls als Rohstoffquelle ist bekannt. Es liegt laut INFA-Gutachten bei bis zu 95 Kilogramm zusätzlicher Wertstoffe pro Einwohner pro Jahr. Doch die Signale aus dem Bundesumweltministerium sind wenig ermutigend. Hier denkt man offenbar darüber nach, sich mit der längst beschlossenen Umwandlung der guten alten Gelben Tonne in eine Wertstofftonne für Verpackungen und stoffgleiche Nichtverpackungen zu begnügen und kalkuliert dabei mit gerade einmal fünf zusätzlichen Kilogramm Wertstoffe pro Einwohner und Jahr. Selbst das halten wir bei REMONDIS aus eigener Sammel-, Sortier- und Verwertungserfahrung für illusorisch, denn die stoffgleichen Nichtverpackungen landen als „intelligente Fehlwürfe“ weitestgehend heute bereits in der Gelben Tonne. Beschränkt man sich darauf, würde ein neues Wertstoffgesetz weitestgehend wirkungslos verpuffen. Unser Appell an die Politik lautet daher: Seid mutig und visionär. Nutzt die einmalige Chance und legt deutlich ambitioniertere Erfassungs- und Recyclingquoten fest. Nur so kann Deutschland seine Rohstoffsicherungs- und Klimaschutzpotenziale vollumfänglich ausschöpfen.

    In Asien steht man noch am Anfang der Entwicklung zu mehr Nachhaltigkeit in der Wasser- und Recyclingwirtschaft. Gerade der Bereich der stofflichen Verwertung von Abfällen ist lange zu kurz gekommen und konnte mit dem exponentiellen Wachstum des Kontinents kaum Schritt halten.

    Singapur geht das Thema nun konsequenter an. Die Errichtung einer neuen Anlage zur Aufbereitung der Schlacken aus der Müllverbrennung mit gleichzeitiger Rückgewinnung der eisen- und nichteisenhaltigen Metalle ist das jüngste Projekt der nationalen Umweltagentur NEA, für dessen Realisierung und Betrieb REMEX verantwortlich zeichnet. Hier zeigt sich einmal mehr, dass Singapur eine Vorreiterrolle und Vorbildfunktion auch für andere dicht bevölkerte Regionen Asiens einnimmt.

    Hier in Deutschland geht REMONDIS weiter den Weg der guten Kooperation mit den kommunalen Partnern. Im Landkreis Osnabrück geht mit der neu gegründeten AWIGO Logistik GmbH nun die jüngste Öffentlich-Private Partnerschaft zwischen dem Landkreis und der Regionalgesellschaft Nord von REMONDIS an den Start.

    Viel Spaß beim Lesen dieser und weiterer interessanter Themen wünscht Ihnen

    Ihr Max Köttgen 

Ein Tausch, von dem alle profitieren

Manchmal ist eine Flurbereinigung die richtige Idee, um die Effizienz eines Standortes zu erhöhen und es für alle leichter zu machen. In Berlin wurde das nun in die Tat umgesetzt. Berlin Recycling GmbH und TSR tauschten Flächen im Berliner Westhafen – zum Vorteil aller Beteiligten.

Plan von 2013 umgesetzt

    Seit vielen Jahren schon hat TSR im Berliner Westhafen zwei Plätze gemietet – Westhafen I und Westhafen II. Um Transportfahrten zu reduzieren und eine bessere Effektivität in alle Abläufe zu bekommen, entstand 2013 der Plan, die Aktivitäten von beiden Plätzen an einem gemeinsamen Berliner Standort zu konzentrieren. Maschinen und Logistik könnten von den Mitarbeitern vor Ort so wesentlich effizienter eingesetzt werden – und das bei kürzeren Wegen.

    Über den Kontakt zur Berlin Recycling GmbH wurde für dieses Vorhaben eine sehr pragmatische Lösung gefunden: Berlin Recycling, die bisher auf dem Nachbargelände von Westhafen II eine Anlage für Glasrecycling betrieb, war interessiert, auf das TSR-Gelände Westhafen I umzuziehen. TSR bekommt im Tausch das bisherige Gelände der Berlin Recycling und gewinnt damit eine zusammenhängende Umschlagsfläche von mehr als 20.000 Quadratmetern.

Berliner Rochade – durch den Flächentausch können beide Seiten effektiver wirtschaften.

Höhere Umschlagshäufigkeit angestrebt

Ein Tausch, der seit Juni alle glücklich macht: Berlin Recycling hat nun eine ausreichend und modern ausgestattete Fläche, um 60.000 Tonnen Berliner Altglas pro Jahr umzuschlagen. TSR wiederum hat mit Berlin Recycling einen guten Untermieter für den Westhafen I gefunden. Im Laufe der nächsten Monate werden bei TSR die Pläne zur effektiven Nutzung der neuen Fläche umgesetzt. „Neben den angedachten und bereits getätigten Investitionen werden wir natürlich auch die Abläufe und Logistikprozesse an die veränderten Gegebenheiten anpassen“, informiert Regionalleiterin Marina Dankert. „So wollen wir eine höhere Umschlagshäufigkeit erreichen.“ Die Umbauarbeiten werden voraussichtlich bis ins nächste Jahr andauern.

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