Button für Menü
DE | EN
  • Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    vom 1. bis zum 12. Dezember trafen sich in Paris Delegierte aus 195 UN-Mitgliedstaaten und der EU, um einen Kompromiss zur Klimarettung zu finden, an den sich dann auch wirklich alle Länder halten sollen. Das große Ziel ist ein Nachfolgevertrag für das im Jahr 2020 endende Kyoto-Protokoll. Konkrete Ergebnisse standen bei Redaktionsschluss zwar noch nicht fest, eines scheint jedoch sicher: Die Bedeutung der Recyclingwirtschaft für den Klimaschutz wird weiterhin unterschätzt werden. Dabei zeigen viele gute Beispiele, dass mit der stofflichen Verwertung von Abfällen nicht nur die Umwelt und die immer knapper werdenden Ressourcen geschont werden, sondern eben auch das Klima in ganz erheblichem Ausmaß. Alleine das REMONDIS-Lippewerk in Lünen spart jährlich eine knappe halbe Million Tonnen CO2-Äquivalente durch Recycling und regenerative Energieerzeugung ein. Und das ist nur einer von rund 500 Standorten von REMONDIS. Würde die ganze Welt die im Abfall steckenden Rohstoff- und Energiepotenziale optimal ausnutzen, könnte die Menschheit der Erderwärmung einen Riegel aus Recycling vorsetzen. Folgerichtig hat die Klima-Expo.NRW nach der von REMONDIS mit der Stadt Coesfeld betriebenen Biogasanlage drei weitere Kompetenzbereiche als qualifizierte Projekte aufgenommen. Diese und weitere Recyclinganlagen und Projekte werden in Zukunft verstärkt die Botschaft vermitteln, dass Recycling neben vielen anderen
    Vorzügen der beste Klimaschutz ist.  

    Altpapier ist so ein Klimarohstoff, der die Erzeugung von Papier aus Frischfasern ersetzt, also die Abholzung von Wäldern verringert. Denn dass diese Abholzung nicht überall auf der Welt nachhaltig geschieht, also mit ökologisch vertretbarer Wiederaufforstung, zeigen die folgenden Zahlen. Derzeit verringert sich die Waldfläche weltweit um jährlich etwa 13 Millionen Hektar, also 130.000 km2. Das entspricht einem Waldgebiet von der Größe Englands, das jedes Jahr vernichtet wird. Auch hier ergibt sich ein effektiver Ansatz für den Klimaschutz, denn jeder einzelne Baum entzieht der Atmosphäre CO2. Papierrecycling schont den Wald und hat damit den wahrscheinlich unmittelbarsten Einfluss auf die CO2-Bilanz in unserer Informationsgesellschaft, die trotz Internet immer noch auf Papier als Hauptinformationsträger setzt. REMONDIS stellt der Papierindustrie in großem Umfang sortenreine Recyclingpapiere zur Verfügung und verhilft der Branche damit zu mehr Nachhaltigkeit.

    Nachhaltigkeit beginnt jedoch schon vor dem Recycling. Die europäische Abfallrahmenrichtlinie versieht die Wiederverwendung mit der zweithöchsten Priorität nach der Abfallvermeidung und vor der stofflichen Verwertung. So ist es nur konsequent, dass im REMONDIS Lippewerk in Kooperation zwischen Daimler, REMONDIS und weiteren Partnern der weltgrößte Batteriespeicher aus gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien entsteht. Die Batterien kommen aus der wachsenden Elektromobilität und haben am Ende ihres automobilen Lebenszyklus immer noch über 90 Prozent ihrer Speicherkapazität – genug für den Lastenausgleich bei der regenerativen Energieerzeugung. Nach etwa zehn Jahren werden die Batterien dann einem effizienten stofflichen Recycling zugeführt, und der Kreis schließt sich perfekt.

    Wir bedanken uns bei allen Freunden, Partnern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die hervorragende Zusammenarbeit und das große Vertrauen und wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2016.

    Ihr Max Koettgen

Perfekte Planung und Durchführung

  • Es war eine logistische und technische Meisterleistung. Alles musste passen, vom Wasserstand der Elbe beim Transport per Schiff bis zur Windgeschwindigkeit im Lippewerk beim Austausch des Kessels über das 40 Meter hohe Dach des Wirbelschichtkraftwerks. Alleine der dafür benötigte Spezialkran musste in 42 Trucks aus München angeliefert werden. Dass am Ende alles nahezu reibungslos funktioniert hat, ist vor allem der perfekten Planung und der Erfahrung aller beteiligten Mitarbeiter zu verdanken.

Tonnenschwere Herausforderungen

Nach 35 Jahren Betriebszeit musste ein Teil des Abhitzekessels der Wirbelbettfeuerungsanlage von REMONDIS ausgewechselt werden. Hierfür wurden im Rahmen der planmäßigen Revision zwischen dem 24. September und dem 12. Oktober 2015 sämtliche Membranwände mit insgesamt drei Wärmetauscherbündeln ausgewechselt. Was sich so einfach anhört, ähnelt in Wahrheit einer Operation am offenen Herzen einer Industrieanlage mit Gewichten von über 100 Tonnen.

Über die Elbe, den Mittellandkanal, den Dortmund-Ems-Kanal und den Datteln-Hamm-Kanal wurde das Ersatzteil bis zum Stadthafen Lünen transportiert.

Schon der Transport war eine logistische Herausforderung. Den Auftakt bildete der Straßentransport vom Kesselhersteller in Hohenthurm nach Aken an der Elbe in Sachsen-Anhalt. Der Weitertransport erfolgte per Schiff auf der Elbe, deren Wasserstand für den Weitertransport des 100 Tonnen schweren Kessels von entscheidender Bedeutung war. Über Magdeburg ging es über das Wasserstraßennetz bis zum Stadthafen Lünen, wo auf ein Spezialfahrzeug umgeladen wurde. Alleine für die letzte Etappe vom Stadthafen Lünen zum Lippewerk, eine Strecke von gerade einmal drei Kilometern, benötigte das Gespann rund zwei Stunden.

Stillstandszeit auf Minimum reduziert

Für die Errichtung des 650 Tonnen Spezialkrans an der Baustelle war bereits im Vorfeld eine Machbarkeitsstudie erstellt worden. Nach Abschluss umfangreicher Vorplanungen wurde im Winter 2014/2015 das Konzept des Komplettaustausches beauftragt. Der hohe Grad an Vorfertigung bringt gegenüber einer kompletten Montage vor Ort in dem engen Stahlbau der WBF-Anlage eine deutlich kürzere Stillstandszeit. Dadurch steht das Kraftwerk seinen Kunden für die thermische Verwertung der Abfälle wesentlich schneller wieder zur Verfügung. Zusätzlich werden erhebliche Erdgasmengen eingespart, die sonst für die Prozessdampferzeugung durch Hilfskessel eingesetzt werden müssten, da das Kraftwerk die Dampfversorgung im Lippewerk rund um die Uhr an 365 Tagen pro Jahr gewährleistet.

Jeden Tag 60 Monteure im Einsatz

Nach Herunterheben des markanten, weithin sichtbaren Rauchgasbogens, der als Nachverbrennungszone fungiert, wurde der alte Kessel aus dem Stahlkorsett herausgehoben und durch einen komplett vorgefertigten neuen Kessel ersetzt.

Innerhalb von nur 15 Arbeitstagen und mit bis zu 60 Monteuren pro Tag wurde der Kessel dann getauscht. Die zahlreichen Verbindungsrohre, die zunächst abgeschnitten werden mussten, wurden nach Einsetzen des Kessels wieder angeschweißt. Das Konzept, den Kessel mit dem Ziel einer möglichst hohen Vorfertigung und einer möglichst geringen Einbauzeit als Ganzes zu tauschen, entstammt einer alteingesessenen Firma in Sachsen Anhalt, der Fa. Doosan Babcock Hohenthurm in Landsberg bei Halle.

Am Mittwoch, dem 30. September wurde mit den Kranzügen begonnen. Bereits 4 Tage später, am Tag der deutschen Einheit, abends um 22.00 Uhr war der neue Kessel fertig eingesetzt. Mit insgesamt ca. 14.000 Metern Rohr, mehreren Tausend Schweißnähten und ca. 100 Tonnen Gesamtgewicht ist dieser Kesselteil das Herzstück der Dampferzeugung innerhalb der WbF Anlage. Auf die nächsten 35 Jahre!

© 2016 REMONDIS SE & Co. KG | Impressum | Disclaimer