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  • Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    Öffentlich-Private Partnerschaften sind das, was man heutzutage eine Win-win-Situation nennt. Wenn es um die langfristige Sicherung und den Ausbau der Beschäftigung geht, um die effiziente Nutzung von Innovationen in der Daseinsvorsorge und die damit verbundene Gebührenstabilität für die Bürgerinnen und Bürger, gibt es keinen besseren Weg. Trotzdem könnte man zuweilen den Eindruck gewinnen, dass es in Deutschland verstärkt eine Art Grabenkampf zwischen öffentlichen und privaten Dienstleistern gibt. Von Verstaatlichungstendenzen ist da die Rede, die den fairen Wettbewerb auszuhebeln drohen. Tatsächlich gibt es Studien, die sich intensiv und unabhängig mit dem Für und Wider von Verstaatlichungen auseinandersetzen. Dabei wurde unter anderem vom internationalen Wirtschaftsforschungsinstitut E.CA Economics festgestellt, dass die Tendenz zur Verstaatlichung der sogenannten Daseinsvorsorge durchaus ansteckend ist. Zum einen verstärkt eine Verstaatlichung in der Vergangenheit die Anreize zur Verstaatlichung in der Zukunft. So beobachtet man diesen Effekt häufiger in Gemeinden und Landkreisen, in deren Umgebung der Anteil an kommunaler Leistungserbringung bereits hoch ist. Zum anderen gibt es insbesondere in Kommunen mit niedriger Bevölkerungsdichte eine Tendenz, die Privatwirtschaft aus dem Wettbewerb zu verdrängen.

    Als langjährig etablierter Partner der Kommunen sieht REMONDIS diese Tendenzen naturgemäß kritisch. Dabei beweist REMONDIS täglich, dass es gemeinsam besser geht. Mit 50 ÖPP-Gesell­schaften und einer Vielzahl von Drittbeauftragungen haben wir das Konzept der Öffentlich-Privaten Partnerschaft im Bereich der Daseinsvorsorge sowie der Wasserwirtschaft zu beiderseitigem Nutzen perfektioniert. REMONDIS erbringt gemeinsam mit den kommunalen Partnern Dienstleistungen für über zwölf Millionen Menschen. Die Kommunen und ihre Bürgerinnen und Bürger erhalten dabei stets qualitativ hochwertige Leistungen für einen fairen Preis. Sind sie es doch, die für die Daseinsvorsorge mit ihren Gebühren aufkommen müssen. Gleichzeitig müssen die kommunalen Partner immer ihren Finanzhaushalt im Blick behalten und auskömmlich wirtschaften. Neben den Gebühren helfen dabei verlässliche Steuereinnahmen. In diesem Zusammenhang lohnt sich ein Blick auf die Aufgabenverteilung in Deutschland. Rund 35 Prozent der abfallwirtschaftlichen Dienstleistungen werden ohne Entrichtung von Mehrwertsteuer in kommunaler Eigenregie erledigt. Das heißt, mehr als ein Drittel der Bundesbürger zahlt keine Mehrwertsteuer für Entsorgungsleistungen, profitiert aber gleichzeitig über die Schlüsselzuweisungen von den Einzahlungen der anderen Bürger. Der Kommune selbst gehen dadurch dringend benötigte Steuereinnahmen verloren. Auf Kostenreduzierungspotenziale für die Bürger durch Marktimpulse wird bewusst ver­zichtet. Die private Marktwirtschaft wird eingeschränkt, statt ihre Möglichkeiten zur Optimierung zu nutzen und durch partnerschaftliche Zusammenarbeit das kommunale Tafelsilber zu schonen, Beschäftigung zu fördern, die Gebühren zu stabilisieren und die Gemeindehaushalte durch verlässliche Erträge zu entlasten.

    In Übereinstimmung mit unseren langjährigen kommunalen Partnern sind wir fest davon überzeugt, dass es gemeinsam viel besser geht. Mit dieser Sonderausgabe zum Thema der Öffentlich-Privaten Partnerschaften geben wir Ihnen einen tieferen Einblick in die verschiedenen ÖPP-Modelle, ihre Vorteile für Kommunen und Bürger und die positiven Effekte im Hinblick auf Arbeitsplätze, die kommunale Ökologie und Ökonomie. Und weil Eigenlob bekanntlich nicht zählt, lassen wir im Rahmen von verschiedenen Fallstudien gerne unsere Partner selbst zu Wort kommen. Kommunen, die der Wunsch nach langfristiger Haushaltsstabilität, qualitativ hochwertigen bürgernahen Dienstleistungen und einem Maximum an Nachhaltigkeit im Sinne einer ökologisch verantwortungsvollen Kreislaufwirtschaft umtreibt, finden hier wertvolle Anregungen und Erfahrungsberichte für ihren Entscheidungsprozess. Auf gute Zusammenarbeit!

    Ihr Thomas Conzendorf

Anteilseigner seit 2007

  • Die Schweriner SAS ist seit mehr als 60 Jahren auf dem Gebiet der kommunalen Stadtreinigung und Abfallent­sorgung tätig. Seit 2007 ist REMONDIS Anteilseigner der Gesellschaft. Die Gründung der ÖPP zahlt sich für alle Beteiligten aus: Neue Anlagen und Techniken sorgen für eine positive Umweltbilanz, der Umsatz stieg um 38 Prozent.

REMONDIS – Sieger bei Ausschreibung

  • Umweltverträgliche Abfallentsorgung und ein sauberes Stadtbild – dafür steht die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft mbH (SAS). Dass Tradition und Fortschritt sich nicht ausschließen, zeigt der Erfolg, den das Unternehmen seit der Umwandlung in eine ÖPP erzielt. Zum 1. Januar 2007 übernahm REMONDIS 49 Prozent der SAS-Gesellschafteranteile. Vorausgegangen war eine europaweite Ausschreibung der Landeshauptstadt Schwerin mit dem Ziel, einen strategisch starken und erfahrenen Partner aus der Privatwirtschaft zu gewinnen. Dabei konnte sich das Lünener Unternehmen gegen zahlreiche Bewerber durchsetzen.

    Die SAS erfüllt alle Kriterien und Anforderungen der Entsorgergemeinschaft der Deutschen Entsorgungs­wirtschaft e. V. und ist als Entsorgungsfachbetrieb (EfB) zertifiziert.

    Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow: „Die Partnerschaft mit REMONDIS zur Erfüllung kommunaler Aufgaben ist seit Jahren ein Erfolgsgarant für die ständige Verbesserung des Leistungsangebots zugunsten der Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Schwerin und für die strategische Weiterentwicklung der SAS.“

    • Einwohner leben im Ver- und Entsorgungsgebiet


    • Mio. kWh/a klimafreundlichen Strom kann die neue Bioabfallverwertungsanlage erzeugen


    • Haushalte können mit dem erzeugten Strom 12 Monate lang versorgt werden

Kundenorientierte Umweltdienstleistungen

Für die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns ging es darum, die SAS für die Zukunft gut aufzustellen und gleichzeitig Einflussmöglichkeit beizubehalten. Die Kooperation mit einem privaten Dienstleistungsunternehmen erwies sich dafür als optimale Lösung. Mit dem umfassenden technologischen Know-how, das REMONDIS in die ÖPP einbrachte, hat die SAS sich zu einem modernen und kunden­orientierten Umweltdienstleister der Kreislaufwirtschaft entwickelt, der umfassende Entsorgungslösungen für Gewerbe, Handel, Industrie und Bürger erbringt. Zu den wesentlichen Dienstleistungen der SAS gehören heute die Verwertung von Haus- und Sperrmüll, die Reinigung von Straßen, Flächen und Märkten, der Winterdienst sowie die Sammlung verschiedener Wertstoffe.

  • „Die erste Kilowattstunde Strom war für uns ein wichtiger Meilenstein. Schließlich versteht sich die SAS als ebenso traditionsreiches wie fortschrittliches Unternehmen, das Gewerbe, Handel, Industrie und Bürgern Schwerins beste Lösungen bieten möchte.“

    Matthias Hartung, Geschäftsführer der SAS

Nachhaltige Wirtschaftlichkeit

Auch die Zahlen können sich sehen lassen: Von 2007 bis 2015 erhöhte die SAS ihren Umsatz um 38 Prozent, das Ergebnis konnte im gleichen Zeitraum um rund 50 Prozent gesteigert werden. Zudem wurden 20 neue Arbeitsplätze geschaffen. Als Gründe für den wirtschaftlichen Erfolg und die Steigerung des Unternehmenswertes lassen sich die Optimierung innerbetrieblicher Prozesse und die kontinuierliche Anpassung an eine effiziente Kreislaufwirtschaft nennen. Unterm Strich kommt damit deutlich mehr Geld ins Unternehmen, was wiederum den Bürgern der Stadt Schwerin zugutekommt und in alle Bereiche der Daseinsvorsorge zurückfließt, aber auch Kapital für neue Investitionen bringt.

  • 2015 betrugen die kommunalen Entsorgungsmengen der SAS 42.700 Mg/a, die gewerblichen 16.000 Mg/a

    Klimafreundlicher Strom

    2013 etwa wurde auf dem Gelände der SAS eine neue Umschlag- und Lagerhalle errichtet, im Januar 2015 ging im Industriepark eine hochmoderne Bioabfallverwertungsanlage ans Netz. Sie produziert klimaneutrale Energie aus Bioabfällen, die von der SAS in das öffentliche Stromnetz Schwerins eingespeist wird. Ein wirksamer Beitrag zur angestrebten CO2-Neutralität der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns. Und auch für kontinuierlichen Nachschub ist gesorgt: Zeitgleich mit der Anlageninbetriebnahme wurden den Bürgern Schwerins Braune Tonnen für die Sammlung von Bioabfällen zur Verfügung gestellt. Sie sind mit einem Chip inklusive Behälteridentifikationsnummer ausgestattet, der dazu beiträgt, den Standort der Biotonnen zu ermitteln und die Tourenpläne weiter zu verbessern. Eine rundum durchdachte Innovation auf dem neuesten Stand der Technik – ganz im Sinne eines geschlossenen Stoffstrom­managements. Und die Erfolgsgeschichte ist noch nicht zu Ende: Der Vertrag zwischen der Stadt Schwerin und der SAS wurde für 20 Jahre geschlossen und läuft noch bis 2027.

    > Daten & Fakten

    Art der Partnerschaft

    Kooperationsmodell

    ÖPP seit

    2007

    Gesellschafter

    51 % Stadt Schwerin
    49 % REMONDIS

    Anzahl Mitarbeiter

    rund 80 

    Aufgabenbereiche

    Wertstofferfassung, Abfallverwertung und -entsorgung, kommunale Straßen- und Flächenreinigung

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