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  • Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    Familienunternehmen erbringen fast die Hälfte des Gesamtumsatzes der deutschen Wirtschaft und stellen mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze in unserem Land. Der Mittelstand, von dem es immer wieder heißt, dass die Welt uns darum beneidet, ist der wirtschaftliche Stabilitätsanker der größten Volkswirtschaft in Europa und damit ein Konjunkturmotor für den ganzen Kontinent. 83 Prozent aller Ausbildungsplätze in Deutschland werden vom Mittelstand gestellt, 1.307 der weltweit identifizierten 2.700 Hidden Champions sind deutsche Mittelständler. Warum ist das im thematischen Zusammenhang der Öffentlich-Privaten Partnerschaften erwähnenswert?

    Es geht um ein Angebot an die Kommunen und ihre Unternehmen, Teil dieser außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte zu werden. Familienunternehmen setzen über Generationen hinweg auf Werte, Traditionen und Verlässlichkeit. Sie sind oft lokal und regional tief verwurzelt und in das Leben ihrer jeweiligen Kommunen und Landkreise eingebunden. Gerade das macht ihren langfristigen Erfolg aus. Wir halten es deshalb für eine gute Entscheidung, wenn sich ein kommunaler Partner entschließt, im Rahmen einer gemeinsamen Gesellschaft die Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge partnerschaftlich mit einem privat geführten Unternehmen zu erbringen. Aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen, gehört ebenfalls zu den Stärken von Familienunternehmen, die über Jahrzehnte durch hohe Kompetenz und ihr besonderes Ethos im Markt bestehen. Die Notwendigkeit für wachsende Effizienz durch Arbeitsteilung und Spezialisierung bei gleichzeitiger Kostenkontrolle lässt die Öffentlich-Private Partnerschaft heute wieder stärker als Zukunftsmodell erscheinen.

    REMONDIS beweist seit vielen Jahrzehnten täglich, dass es 
gemeinsam besser geht. Mit 64 ÖPP-Gesellschaften und 
einer Vielzahl von Drittbeauftragungen haben wir das Konzept der Öffentlich-Privaten Partnerschaft in allen Bereichen 
der Daseinsvorsorge von der Abfallwirtschaft über die Wasser-
wirtschaft bis zum öffentlichen Personennahverkehr zu beiderseitigem Nutzen perfektioniert. REMONDIS versorgt in Deutschland gemeinsam mit den kommunalen Partnern über zwölf Millionen Menschen. Die Kommunen und ihre Bürgerinnen und Bürger erhalten dabei stets die qualitativ bestmöglichen Leistungen bei gleichzeitig langfristiger 
Gebührenstabilität.

    Für den kommunalen Haushalt sind Öffentlich-Private Partnerschaften alleine schon dank der verlässlichen Steuer
einnahmen in der Regel ein echter Segen. Möglichkeiten zur Optimierung können effizienter genutzt werden. Durch partnerschaftliche Zusammenarbeit lässt sich im Idealfall das kommunale Tafelsilber schonen und Beschäftigung fördern. Die Gebühren können stabilisiert und die Gemeindehaushalte durch verlässliche Erträge entlastet werden. Mit dieser Neuauflage der Sonderausgabe zum Thema der Öffentlich-Privaten Partnerschaften geben wir Ihnen einen tieferen Einblick in die verschiedenen ÖPP-Modelle, Vorteile für Kommunen und Bürger und die positiven Effekte im Hinblick auf Arbeitsplätze, die kommunale Ökologie und Ökonomie. Kommunen, die der Wunsch nach langfristiger Haushaltsstabilität, qualitativ hochwertigen bürgernahen Dienstleistungen und einem Maximum an Nachhaltigkeit umtreibt, finden hier wertvolle Anregungen und Erfahrungsberichte für ihren Entscheidungsprozess.

    Auf gute Zusammenarbeit!

    Ihr Ludger Rethmann

Beteiligung am Personennahverkehr

  • Viele Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften der RETHMANN-Gruppe engagieren sich im Rahmen von Öffentlich-Privaten Partnerschaften in unterschiedlichen Bereichen der kommunalen Daseinsvorsorge. Eine Besonderheit stellen die kommunal-privaten Gesellschaften im Nahverkehrs- und Logistikbereich dar. So ist beispielsweise Transdev als einer der weltweit führenden Anbieter von Mobilitätslösungen im öffentlichen Personenverkehr alleine im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen an fünf Öffentlich-Privaten Partnerschaften beteiligt, darunter in Hagen, Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach. Am Niederrhein arbeitet zudem die Niederrheinische Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft NIAG an der stetigen partnerschaftlichen Optimierung des reibungslosen und kostengünstigen Personennahverkehrs und bietet darüber hinaus Logistikdienstleistungen, die für die gesamte Region bis ins östliche Ruhrgebiet von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind.

Größter ÖPNV-Anbieter am unteren Niederrhein

  • Mit 43 Prozent ist der Kreis Wesel der größte kommunale Anteilseigner. Weitere Beteiligte sind der Kreis Kleve, die Stadt Wesel, die Stadt Duisburg und die Stadt Moers. Die REMONDIS-Schwestergesellschaft Rhenus SE & Co. KG als privater Partner hält insgesamt 51 Prozent der Anteile. Die NIAG ist der größte Anbieter im ÖPNV am unteren Niederrhein, sie beschäftigt rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In diesem Verkehrsgebiet, das sich über eine Fläche von knapp 3.000 Quadratkilometer erstreckt, betreibt das Gemeinschaftsunternehmen insgesamt 77 Linien mit 192 eigenen und 137 angemieteten Bussen, die rund zwölf Millionen Fahrplankilometer im Jahr zurücklegen. Die NIAG unterstützt so die Mobilität der Menschen in der Region mit zwölf eigenen Bürgerbusfahrzeugen, einem Carsharing-Angebot, Anrufsammeltaxis in mehreren Städten und weiteren Angeboten.

Vom Rhein auf die Schiene mit der NIAG

    • Im Rheinhafen Orsoy, einem Stadtteil von Rheinberg, sowie in Moers betreibt die NIAG zwei der wichtigsten Logistikstandorte in der Region. Auf 65.000 Quadratmetern Lagerfläche in Orsoy wickelt das Öffentlich-Private Gemeinschaftsunternehmen unter anderem den Kohleumschlag für die Kraftwerksstandorte an Rhein und Ruhr ab.

    25 Kilometer Streckengleise mit Zugleitstelle und direktem Anschluss an das Streckennetz der Deutschen Bahn in Moers und Rheinberg sowie eine eigene Werkstatt in Moers sorgen für die reibungslose Schnittstelle zwischen Wasser und Schiene. Mit einer größeren Zahl E-Lokomotiven, Dieselstrecken- und Rangierlokomotiven sowie 550 angemieteten Güterwagen werden lokale Schienentransporte auf eigenem Netz sowie Drittnetzverkehre regional und bundesweit durchgeführt. Ganzzugverkehre, Einzelwagen- und Wagenladungsverkehre, Rangierdienste und Werksverkehre sowie Containertransporte gehören ebenfalls zum Portfolio der Logistiksparte der NIAG.

Reibungslose Qualität durch eigene Ausbildung

Durch die enge Zusammenarbeit mit den Kunden kann die NIAG jederzeit sichere Transportleistungen bei maximaler Transparenz erbringen und ist dabei für alle Eventualitäten gewappnet. Das optimal qualifizierte Personal, das in der unternehmenseigenen anerkannten Ausbildungsstätte geschult wird, stellt den reibungslosen Betrieb entlang der gesamten Logistikkette sicher. So hat sich diese außergewöhnliche Öffentlich-Private Partnerschaft zu einem Modell für derartige Kooperationen im Bereich Transport und Verkehr entwickelt, deren wirtschaftlicher Erfolg zu beiderseitigem Vorteil führt.

Echte Win-win-Situation

Bereits nach zwei Jahren Teilprivatisierung spiegelten sich erste Erfolge der Partnerschaft im Ergebnis wider. Während das Risiko im Wesentlichen auf Seiten des privaten Anteilseigners liegt, profitieren die kommunalen Partner nicht nur in Höhe ihres Gesellschaftsanteils von den Vorteilen. Sie sparen überdies Zuschüsse in Millionenhöhe, die in den Jahren vor der Teilprivatisierung zum Verlustausgleich beigebracht werden mussten. So hat sich die kommunal-privatwirtschaftliche Partnerschaft am Niederrhein zu einer echten Win-win-Situation entwickelt, die heute den kommunalen Haushalt bei gleichzeitig hoher Servicequalität nachhaltig entlastet.

Daten & Fakten

  • Niederrheinische Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft NIAG

    • ÖPP-Modell:
      Kooperationsmodell

      Gesellschafter:
      Rhenus (51 %)
      Kreis Wesel (43 %)
      Kreis Kleve (3 %)
      Moers (0,63 %)
      Duisburg (1,26 %)
      Wesel (1,11 %)

      Eingesetzte Fahrzeuge:
      192 eigene Busse, davon 50 Gelenkbusse, 137 Standardbusse sowie 3 Fahrschulbusse, 2 Kleinbusse, 5 Midibusse, 1 City-Train und 1 City-Bus, 12 eigene Bürgerbusfahrzeuge, 2 Reservefahrzeuge, 137 angemietete Busse

    • Sonstige Dienstleistungen:
      u. a. Tarif- und Fahrplanberatung & Fahrscheinverkauf, 5 eigene Kunden-Center, 26 fremde Verkaufsstellen

      Triebfahrzeuge und Güterwagen:
      9 E-Lokomotiven, 15 Dieselstreckenlokomotiven, 3 Rangierlokomotiven, 550 angemietete Güterwagen

      Spezialleistungen:
      Transparenz durch Einführung des SQAS-Assessment-Systems, unternehmensweites Notfallmanagement, qualifiziertes Personal durch unternehmenseigene anerkannte Ausbildungsstätte

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