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  • Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    eigentlich war dieses Editorial bereits fertig geschrieben und beschäftigte sich vornehmlich mit dem Green Deal der EU. Dann kam uns allen ein Virus in die Quere und wir mussten den Text neu aufsetzen. Trotzdem bleibt der Green Deal eines der wichtigsten Projekte für die europäische Kreislaufwirtschaft. Und auch sonst ist viel passiert, nehmen wir zum Beispiel das Thema DSD.

    Nun ist es amtlich. Am 22. April 2020 hat der erste Kartellsenat des Oberlandesgerichts in Düsseldorf unsere Beschwerde gegen die Entscheidung des Kartellamts zurückgewiesen. Die Entscheidung hat uns überrascht. Wir sind nach wie vor überzeugt, die besseren Argumente für einen Erwerb der Duales System Deutschland GmbH zu haben. Aber wir leben eben auch in einem Rechtsstaat und werden somit den Beschluss selbstverständlich akzeptieren. Nun gilt es, sich Zeit zu nehmen, um die Gründe für die Ablehnung im Detail sorgfältig zu prüfen und dann wohlüberlegt die nächsten Schritte einzuleiten. Vor dem Hintergrund, dass alle anderen großen Wettbewerber in diesem Markt engagiert sind, darf man gespannt sein, wie REMONDIS sich im Hinblick 
auf die Duale Systematik in Zukunft aufstellen wird.

    Dabei ist der Blick in die Zukunft in Zeiten von Corona auch nicht ganz einfach. Als am 29. Dezember des vergangenen Jahres erste Meldungen in den Nachrichten auftauchten, dass China der WHO eine unerklärliche Häufung einer bis dahin unbekannten Lungenerkrankung gemeldet hatte, ahnte noch niemand, dass dieses Virus nur wenige Wochen später mit voller Härte die globalisierte Wirtschaft treffen würde. Die Folgekosten des durch das Coronavirus ausgelösten Stillstands sind kaum zu ermessen. Und sie treffen bei weitem nicht nur die Privatwirtschaft. Auch die ohnehin schon angespannte Finanzsituation vieler Kommunen wird sich durch den Wegfall von Gewerbesteuer und Einnahmen aus kommunalen Einrichtungen noch deutlich verschärfen. Vielleicht ist es an der Zeit, alte Gräben zu überwinden und gemeinsam mit der Privatwirtschaft langfristige 
Partnerschaften zu beiderseitigem wirtschaftlichem Nutzen vor allem im Bereich der Daseinsvorsorge einzugehen. Als Öffentlich-Private Daseinsvorsorge könnte die gute alte ÖPP einen erfolgreichen Beitrag leisten, die Folgen der Krise abzumildern. Frei nach dem Motto: Geteilte Last ist halbe Last. Eine positive Konsequenz der gegenwärtigen Ausnahmesituation ist die spürbar gestiegene Solidarität der Menschen untereinander, die sich in vielen Teilen auch auf das Wirtschaftsgeschehen überträgt. REMONDIS steht seinen kommunalen Partnern jedenfalls auch und gerade in der Krise zur Seite.

    Die Pandemien der Vergangenheit dauerten selten länger als zwei Jahre. Ob mit oder ohne Impfstoff, irgendwann werden sich das öffentliche Leben und die Wirtschaft wieder normalisieren. Spätestens dann wird allen klar werden, dass das weitaus größere Problem für unseren Planeten – der Klimawandel – sich nicht von alleine erledigt hat. Damit rückt der Green Deal der Europäischen Union wieder in den Fokus. Wie aus einer vorab veröffentlichten Liste aus EU-Kreisen hervorging, droht hier eine Aufweichung wesentlicher Vorgaben, vor allem im Hinblick auf den Bereich der Kreislaufwirtschaft. Im Gegensatz dazu rät die Nationale Akademie der Wissenschaften, Leopoldina, in ihren Handlungsempfehlungen vom 14. April 2020 ausdrücklich davon ab, Umwelt- und Klimaschutz nach der Coronakrise zu vernachlässigen, und empfiehlt das genaue Gegenteil. Die Wirtschaft müsse wieder auf den Wachstumspfad gebracht werden, geleitet von „Prinzipien der Nachhaltigkeit, nicht zuletzt, weil hier enorme Potenziale für die wirtschaftliche Entwicklung“ lägen. Der Klimawandel ist und bleibt die größte Herausforderung für die Zukunft, für deren Lösung REMONDIS als führendes Unternehmen der Wasser- und Kreislaufwirtschaft einen erheblichen Beitrag leistet.

    In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.

    Ihr Thomas Conzendorf

Zehn Jahre Laufzeit

Gute Nachrichten aus Grafschaft: Die Gemeinde im Landkreis Ahrweiler gründete zum Jahresbeginn eine Öffentlich-Private Partnerschaft mit der REMONDIS EURAWASSER GmbH. Die zunächst auf zehn Jahre Laufzeit ausgelegte Zusammenarbeit verspricht eine hohe Versorgungssicherheit, geringe Gebührenschwankungen und zudem auch Dienstleistungen für regional ansässige Industriebtriebe.

Vertragsunterzeichnung im Februar 2020

  • Bereits seit zwölf Jahren erbringt REMONDIS EURAWASSER in Grafschaft umfassende Dienstleistungen, die sich sowohl auf den kaufmännischen als auch auf den technischen Betrieb des Abwasserwerks und des Wasserwerks belaufen. Für die Gemeinde stand im Jahr 2017 die europaweite Neuausschreibung dieser Leistungen aus, die diesmal zusätzlich den Bau und Betrieb einer Abwasservorbehandlungsanlage beinhalten sollten. Zielsetzung des Ausschreibungsverfahrens war die Gründung einer ÖPP-Gesellschaft, aus welcher heraus die Leistungen zukünftig erbracht werden sollen. Nach einigen Nachverhandlungen fand im Februar 2020 die Vertragsunterzeichnung zur Gründung der Regionalwerke Grafschaft GmbH statt, an der die Gemeinde Grafschaft 51 Prozent und die REMONDIS EURAWASSER GmbH 49 Prozent hält. Bürgermeister Achim Juchem zeigte sich sehr zufrieden bei der Vertragsunterzeichnung im Februar: „Durch die Gründung der Regionalwerke Grafschaft ist es uns gelungen, für die Zukunft eine vertrauensvolle Partnerschaft zu gestalten, die auf bisherigen Erfahrungen und dem Know-how von REMONDIS EURAWASSER aufbaut, um so die Dienstleistungen für unsere Bürger und Industriebetriebe bestmöglich zu erbringen.“

    Die Tinte ist trocken: (vorne, v. l.) Andreas Schneider, Kämmerer der Gemeinde Grafschaft, und Christoph Lasek, Geschäftsführer REMONDIS EURAWASSER GmbH, unterschreiben den ÖPP-Vertrag im Beisein von (v. l.) Dieter Dismon (Gemeinde Grafschaft), Robert Ristow (EURAWASSER), Achim Juchem (Bürgermeister Grafschaft), Mario Schellhardt (EURAWASSER), Andrea Thelen (EURAWASSER) und Kathrin Brenner (REMONDIS)

„Beteiligungsmodelle wie diese erlauben der Kommune eine große Eigensteuerung beim Aufbau einer zentralen kommunalen Ver- und Entsorgung und begrenzen durch unser Know-how ihre Risiken.”

Mario Schellhardt, Geschäftsführer REMONDIS EURAWASSER

Geteiltes Risiko – gemeinsame Ziele

Für die Gemeinde Grafschaft, die rund 11.000 Einwohner und zahlreiche Industrie- und Produktionsbetriebe beheimatet, ergeben sich durch die Öffentlich-Private Partnerschaft viele Vorteile. Sie erlaubt nicht nur den direkten Zugang zum Know-how und Anlagennetz der REMONDIS-Gruppe, sondern zeichnet sich auch das geteilte Investitionsrisiko aus. Davon machen die beiden Partner bereits zu Beginn ihrer Zusammenarbeit Gebrauch. Eine neue Kläranlage zur Behandlung von Produktionsabwasser soll zukünftig unter der Flagge der Regionalwerke errichtet werden. Die Pilotversuche hierzu wurden bereits begonnen. Weiterhin wird das Angebot auch die bereits zuvor von REMONDIS erbrachten Dienstleistungen umfassen. Dazu zählt unter anderem das Management von mehr als 200 Kilometern Kanalisation und Trinkwasserleitung, neun Pumpwerken und sechs Trinkwasserspeichern, die sich über insgesamt 17 Ortsteile erstrecken. Auf viele weitere dieser Aufgaben der Regionalwerke freut sich auch REMONDIS- Geschäftsführer Mario Schellhardt: „Beteiligungsmodelle wie diese erlauben der Kommune eine große Eigensteuerung beim Aufbau einer zentralen kommunalen Ver- und Entsorgung und begrenzen durch unser Know-how ihre Risiken. Versorgungssicherheit sowie das Hochwasserschutzkonzept und innovative Energien sind die aktuellen Themen, die alle betreffen und die auch wir in Zukunft gemeinsam angehen werden.“

Alle froh – auch HARIBO

  • Auch eines der größten Traditionsunternehmen der Region, der Süßwarenhersteller HARIBO, profitiert von der neuen Gesellschaft zwischen der Gemeinde und REMONDIS. Aus dem zuckerhaltigen Produktionsabwasser der Firma werden die Regionalwerke zukünftig Biogas gewinnen. Hierfür wird eine Vorbehandlungsanlage in Nähe des Firmengeländes des Süßwarenherstellers im Innovationspark Rheinland (IPR) geplant, die 2021 betriebsbereit sein soll. Die dadurch erzielte grüne Energie soll dann ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die Gemeinde Grafschaft macht sich somit auch ein Stück weit unabhängiger von externen Energiequellen.

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