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  • Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    die Sommerpause ist zu Ende und die Menschen haben ihre Arbeit wieder aufgenommen, auch in Berlin. Dort beschäftigen sich Umweltpolitiker zurzeit wieder mit dem Thema Abfallwirtschaft und Recycling. Bereits im Koalitionsvertrag von 2013 wurde der zentrale Stellenwert des Klimaschutzes und der Ressourceneffizienz ausdrücklich hervorgehoben und festgestellt, dass Innovationen in Umwelt- und Klimaschutz sowie Ressourceneffizienz erhebliche Wachstumschancen bieten. Branchenkenner wissen, dass ein solcher Innovations- und Wachstumsschub zunächst einmal kalkulierbare Rahmenbedingungen mit fairem Wettbewerb, eine Ausweitung der Produktverantwortung und eine deutliche Erhöhung der Recyclingquoten voraussetzt. Vor allem Letzteres lässt sich nur durch Schaffung der notwendigen rechtlichen Grundlagen zur Einführung einer gemeinsamen haushaltsnahen Erfassung von Verpackungen und anderen Wertstoffen realisieren.

    Leider bleibt der aktuelle Arbeitsentwurf zum neuen Verpackungsgesetz hinter den gesteckten Erwartungen zurück. Was wir sehen, scheint eher eine achte Novelle der Verpackungsordnung zu sein als ein echtes Wertstoffgesetz. Es gibt zwar positive Ansätze, Missstände zu beheben, allerdings bleiben beispielsweise stoffgleiche Nichtverpackungen bei der Wertstofferfassung weiter außen vor. Die Erhöhung der Recyclingquoten verfehlt das wahre Wertstoff- und Klimaschutzpotenzial der haushaltsnahen Abfälle um Längen. Dieses Potenzial liegt laut aktuellen Studien immerhin bei 7,8 Millionen Tonnen zusätzlichem Rohstoff und 1,6 Millionen Tonnen CO2-Reduktion. Auch die Notwendigkeit für fairen Wettbewerb und Chancengleichheit zwischen privaten und kommunalen Gesellschaften spiegelt sich im Gesetzesentwurf nicht wider. Von einer Durchsetzung einer effektiven Öko-designrichtlinie, welche die Produkthersteller zwingen würde, schon bei der Produktgestaltung an das Recycling zu denken, ist ohnehin so gut wie keine Rede. Es bleibt abzuwarten, ob der vorliegende Entwurf es am Ende ins Gesetzbuch schafft. Eine Nachbesserung wäre aus Sicht der privaten Recyclingwirtschaft dringend erforderlich. Viel Zeit bleibt jedoch nicht mehr, denn im kommenden Jahr sind Bundestagswahlen.

    Welches Potenzial im Abfall steckt und wie man es zum Wohle der Umwelt und des Klimas optimal nutzt, kann man bei REMONDIS unter anderem im Lippewerk in Lünen erleben. Dafür gab es jüngst viel Anerkennung, als die KlimaExpo.NRW, eine ressortübergreifende Initiative der NRW-Landesregierung für die Förderung von Klima- und Ressourcenschutz sowie nachhaltiges Wirtschaften, drei Kompetenzbereiche offiziell in die Riege der zwölf besten Projekte in Nordrhein-Westfalen aufgenommen hat. Aus Industrie- und Haushaltsabfällen entstehen im Lippewerk Lünen wieder neue Vorprodukte für die Industrie. Es werden Abfälle und Reststoffe in Kraftstoffe umgewandelt – und nicht zuletzt wird Biomasse aufbereitet und als Energieträger genutzt. Alleine in diesen drei Kompetenzbereichen werden so jährlich rund 416.000 Tonnen Treibhaus-gase eingespart, um dem Ziel eines klimafreundlichen, geschlossenen Stoffkreislaufs so nah wie technisch möglich zu kommen. Das Leuchtturmprojekt Lippewerk gewinnt damit weiter an Strahlkraft. Es wird höchste Zeit, dass dieses Vorbild Schule macht, damit die Menschheit auch morgen noch einen lebenswerten und auskömmlichen Planeten Erde bewohnen kann.

    Ihr Thomas Conzendorf

ÖPP-Jubiläum als Anlass

Nach dem zehnten Geburtstag des REMONDIS-Forums im vergangenen Jahr gab es in diesem Jahr erneut einen „runden“ Anlass für das traditionelle Zusammentreffen, diesmal im UNESCO-Weltkulturerbe Rammelsberg. Das 20-jährige Bestehen der Kooperation zwischen der Stadt Goslar und EURAWASSER, einer Tochtergesellschaft des Gastgebers REMONDIS Aqua, war der feierliche Anlass der diesjährigen Veranstaltung. „Die Stadt Goslar profitiert durch die Öffentlich-Private Partnerschaft von der Expertise, die das Unternehmen mitbringt. Besonders freut mich, dass EURAWASSER sich in der Region stark gesellschaftlich engagiert und ein wichtiger und guter Arbeitgeber ist“, sagt Dr. Oliver Junk, Oberbürgermeister der Stadt Goslar.

Eine Veranstaltung – viele Themen

Arbeitgeberqualitäten, Führungskompetenzen und Arbeitsnehmermotivationen – das sind auch einige der Schlagworte, die beim REMONDIS-Forum am 29. und 30. September im Fokus der acht namhaften Referenten standen. Sowohl wissenschaftlich-theoretische als auch sehr praxisnahe Vorträge legten die hohe Relevanz des Humankapitals an diesem Tag deutlich dar. Denn im Umfeld der Unternehmen findet seit einigen Jahren eine Entwicklung statt, die sich in ihrer Dynamik und Komplexität von Trends aus früheren Jahrzehnten unterscheidet. Digitalisierung, demografischer Wandel, Energiewende, gesellschaftlicher Wertewandel, Migration und Flüchtlinge – viele dieser unabweisbaren Einwirkungen müssen heute von den Personalverantwortlichen der Unternehmen regelmäßig neu eingeschätzt werden. Sind es nur Trends oder verändern sich die Anforderungen an ihre Mitarbeiter tatsächlich? Sind nur große DAX-Konzerne betroffen oder ist dies auch ein Thema für die Personalabteilung anderer Unternehmen?

  • „Goslar profitiert durch die Öffentlich-Private Partnerschaft von der Expertise, die das Unternehmen mitbringt. Besonders freut mich, dass EURAWASSER sich in der Region stark gesellschaftlich engagiert und ein wichtiger und guter Arbeitgeber ist.” 

    Dr. Oliver Junk, Oberbürgermeister der Stadt Goslar

Forum will Handlungsstrategien aufzeigen

  • Nicht alle Veränderungen haben große Auswirkungen. Einige sind nicht einmal bemerkbar. Andere Entwicklungen, wie beispielsweise Digitalisierung, Zuwanderung und Entscheidungsfindung, wirken sich allerdings sehr stark auf die gesamte Gesellschaft aus. Im Rahmen des REMONDIS-Forums in Goslar galt es, für sie passende Handlungsstrategien aufzuzeigen. Neben weiteren hochkarätigen Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hielt in diesem Jahr der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, einen Vortrag mit dem Titel „Demografie im Wandel – Integration fördern und fordern”. Zudem sprach Urs Meier als ehemaliger Spitzenschiedsrichter über seine Erfahrungen, was es heißt, unter Extrembedingungen schnell und entschlossen agieren zu müssen.

    Digitalisierung, demografischer Wandel, Energiewende, gesellschaftlicher Wertewandel, Migration und Flüchtlinge – diese unabweisbaren Einwirkungen müssen heute von den Personalverantwortlichen der Unternehmen regelmäßig neu eingeschätzt werden.

    • Der Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrats der RETHMANN-Gruppe, Norbert Rethmann, appellierte an die Teilnehmer, Verantwortung zu übernehmen und unternehmerisch zu handeln. Darüber hinaus berichtete er über Lehren und Erfahrungen aus der Vergangenheit und gewährte Einblicke in die Anfänge von REMONDIS. Einen humorvollen Blick in die Zukunft gibt Tobias Schröder, IT-Security-Spezialist, in seinem Vortrag „Hacking für Manager“.

      Dr. Oliver Junk, Oberbürgermeister der Stadt Goslar

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