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  • Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    viele schauen dieser Tage mit ungläubigem Stirnrunzeln auf den Kalender und wundern sich, wie schnell dieses turbulente Jahr zu Ende gegangen ist. 2021 war ein besonderes Jahr. Hierzulande hat uns im Juli die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Teilen von Nordrhein-Westfalen sehr deutlich daran erinnert, dass wir endlich ernst machen müssen mit unseren Bemühungen um mehr Klimaschutz. Und während die Menschen in den betroffenen Gebieten immer noch – auch mit schneller Hilfe aus der Kreislaufwirtschaft – die Trümmer beseitigen und an einem Neuanfang arbeiten, streitet sich in Glasgow die Welt über den Kohleausstieg. Gleichzeitig fährt das Coronavirus zum Jahresende nochmal alle Geschütze auf. Politische Zögerlichkeit und organisatorisches Versagen treffen auf nachlassenden Impfschutz und Impfskepsis bei einer wissenschaftsfernen Minderheit der Bevölkerung. So hat sich in diesem Wahljahr, in dem die Ära von Kanzlerin Merkel zu Ende gegangen ist und sich der Regierungsneustart dank zäher Koalitionsverhandlungen zunächst hingezogen hatte, ein perfekter Sturm in einem politischen Vakuum formiert. Es ist also höchste Zeit, die richtigen Weichen zu stellen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

    In dieser Gemengelage grenzt es fast schon an ein kleines Wunder, dass unser Familienunternehmen gemeinsam mit und dank unserer Partner und Kunden ein außergewöhnlich gutes Geschäftsjahr zu Ende bringen darf. Vieles erklärt sich aus dem Wiedererstarken der Weltwirtschaft nach dem vorläufigen Ende der strikten Coronamaßnahmen im Frühjahr. Infolgedessen hat sich dann aber gleich auch wieder die Kehrseite von überbordender Produktion und hitzigem Welthandel gezeigt: die allgemeine Rohstoffknappheit. Wer 2021 versucht hat, ein Haus zu bauen, und Bauholz oder Kunststoffrohre benötigte, kann davon sicher ein Lied singen. Gegen Ende des Jahres werden vielerorts sogar die Gelben Säcke knapp, weil der Recyclingrohstoff Kunststoffgranulat zur heißbegehrten Mangelware geworden ist.  

    Damit kommen wir an den Punkt, an dem wir die Kernaussagen der beiden vorangegangenen Absätze thematisch zusammenführen können: Klimaschutz und Ressourcenschonung. Für beides leisten wir mit unseren vielfältigen Dienstleistungen einen wesentlichen Lösungsbeitrag. Denn wer wie wir als Unternehmen auf Recycling, regenerative Energieproduktion und nachhaltige Dienstleistungen setzt, lindert beide Probleme gleichzeitig. Mit jeder Tonne recycelter Rohstoffe sparen wir nicht nur Primärressourcen ein, sondern auch ein Vielfaches an CO2-Emissionen. Nebenbei setzen wir dabei zunehmend auch auf klimaneutrale Logistik. Inspiriert werden wir dabei nicht zuletzt von unserer Schwestergesellschaft Transdev, die in vielen Städten weltweit bereits ganze Flotten von E-Bussen einsetzt und uns Vorbild und Ansporn zugleich ist.          

    Es gibt also auch zum Ende dieses ereignisreichen Jahres gute Neuigkeiten. Dafür und für die hervorragende Zusammenarbeit und das große Vertrauen möchten wir uns bei Ihnen allen bedanken. Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2022.

    Ihr Ludger Rethmann

Aus friedlichen Gewässern wurden reißende Sturzfluten

    • Das außergewöhnliche Starkregengebiet hatte sich bereits Tage vorher angekündigt. Meteorologen warnten seit Samstag, dem 10. Juli, vor ausgiebigen Regenfällen. Wahrscheinlich bedingt durch die Effekte des Klimawandels, bewegte sich das Wetterphänomen nur langsam voran – zu viel Wasser für die kleinen Bäche und Flüsse der Region. Doch was dann kam, konnte in seiner Dimension niemand vorausahnen. Innerhalb von 24 Stunden fielen in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli mehr als 100 Liter pro Quadratmeter in Teilen der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Aus den sonst friedlichen Gewässern wurden reißende Sturzfluten mit bisher nie dagewesenen Pegelständen.

    Geschäfte, Hotels, Fabriken und Werkstätten wurden vom Wasser zerstört.

    Die Flut riss fast 500 Gebäude mit, darunter mindestens 192 Wohnhäuser. Geschäfte, Hotels, Fabriken und Werkstätten wurden vom Wasser zerstört. Alleine von den 4.200 Gebäuden entlang der Ahr sind nach Schätzungen mehr als 3.000 beschädigt worden, über 70 Prozent aller Gebäude. Mehr als 180 Menschen verloren ihr Leben.

REMONDIS gemeinsam mit Hilfskräften aus ganz Deutschland im Einsatz

Als das Wasser zurückwich, wurde das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Sofort rückten Hilfskräfte aus ganz Deutschland aus, um den geschockten Menschen in der betroffenen Region zu helfen. Diese Hilfe dauert bis heute an, denn noch lange sind nicht alle Schäden beseitigt. Selbst die Wiederherstellung der beschädigten Infrastruktur ist noch nicht abgeschlossen. Die teilweise völlig zerstörten Brücken und das an vielen Stellen beschädigte und unterbrochene Straßennetz erschwerten dann auch die Arbeit all jener, die sich sofort um die Abfuhr der Unmengen von Sperrmüll und sonstigen Abfällen kümmerten, um die Seuchengefahr zu bändigen und die elementare Hygiene des öffentlichen und privaten Raums zu gewährleisten. Neben den Abfallwirtschaftsbetrieben des Kreises Ahrweiler waren auch die Kolleginnen und Kollegen von REMONDIS sofort zur Stelle. Dabei zeigten alle eine außergewöhnliche Einsatzbereitschaft. Die Helfer aus der privaten und kommunalen Abfallwirtschaft nahmen nicht nur unmittelbar nach der Katastrophe einfach ihren Dienst auf, obwohl viele privat und an ihrem Arbeitsplatz selber von der Flut betroffen waren. Sie leisteten freiwillig unzählige Überstunden und arbeiteten auch an Wochenenden, um den Menschen wenigstens die Sorge um die öffentliche Hygiene zu nehmen und den zerstörten Hausrat schnellstmöglich abzufahren.

  • Gebäuden entlang der Ahr sind nach Schätzungen beschädigt worden

Riesige Mengen Sperrmüll

  • Peter Kurth, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft, kam damals umgehend zur richtigen Einschätzung der Lage für alle Dienstleistenden der Kreislaufwirtschaft: „Im Moment geht es prioritär darum, den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern in den Katastrophengebieten zu helfen. Die Straßen müssen schnellstmöglich von Unrat befreit werden, denn gerade bei stark verunreinigten Abfällen drohen Ungeziefer-, Geruchs- und Hygieneprobleme.“ Eine der größten Herausforderungen lag zunächst darin, Zwischenlager für das Mehraufkommen an Abfällen zu schaffen und die ordnungsgemäße und schadlose Beseitigung zu organisieren.

    Eine der größten Herausforderungen lag zunächst darin, Zwischenlager für das Mehraufkommen an Abfällen zu schaffen und die ordnungsgemäße und schadlose Beseitigung zu organisieren.

    Dabei stellten vor allem die riesigen Mengen an Sperrmüll die Abfalllogistik vor große Probleme. In einigen REMONDIS-Standorten wurden innerhalb weniger Tage die Mengen angeliefert, die ansonsten in einem ganzen Jahr anfallen. Beim kommunalen Branchenverband VKU hieß es dazu, die Müllbeseitigung werde wohl Monate dauern. Im Zuge der verheerenden Flutkatastrophe sind alleine an der Ahr über 300.000 Tonnen Abfall angefallen. Die Verwaltung des Landkreises Ahrweiler beschrieb die Dimension des Problems in einer Stellungnahme so: „Das entspricht der Sperrabfallmenge von 40 Jahren – also der gesamten Menge seit 1981.“

    Ein erheblicher Teil dieses, mit Haushaltsabfällen aller Art durchmengten Sperrmülls wurde per Notverordnung auf Deponien verbracht. 100.000 Tonnen wurden allein in eine Deponie nach Ochtendung gefahren, deren Kapazität schnell erschöpft war. Die einfache Deponierung ist jedoch ein Entsorgungsweg, der eigentlich in Deutschland nicht mehr vorgesehen ist. Aus gutem Grund. Derartige Abfälle mit hohem Organikanteil setzen beim Verrottungsprozess Methangas frei, das bis zu 87mal klimaschädlicher als CO2 ist. Ziel muss es also sein, das Material sukzessive wieder aus den Deponien herauszuholen und, wenn schon nicht einer stofflichen, so doch wenigstens einer klimaschonenden thermischen Verwertung zuzuführen.

    • Selbst aus dem 200 Kilometer entfernten Frankfurt schickte die FES Einsatzkräfte ins Katastrophengebiet

  • Aus vielen REMONDIS-Niederlassungen und -Beteiligungsgesellschaften eilten freiwillige Helferinnen und Helfer herbei. Sie schafften es gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen der örtlichen Abfallwirtschaftsbetriebe, innerhalb kürzester Zeit die betroffenen Gebiete von tausenden Tonnen Sperrmüll zu befreien.

Mitarbeiter auf selbstgebauten Flößen

  • Auch im Raum Erftstadt, wo der ansonsten kleine Fluss Erft einen halben Stadtteil in eine angrenzende Kiesgrube gerissen hatte, stapelten sich ungeheure Mengen, die angesichts der zerstörten Straßen und Brücken zunächst kaum abtransportiert werden konnten. Es gibt Aufnahmen einer REMONDIS-Nieder-lassung im Rhein-Erft-Kreis, in denen zu sehen ist, wie Mitarbeiter auf selbstgebauten Flößen versuchen, zu den überschwemmten Betriebsstätten vorzudringen. Und trotz der widrigen Umstände waren auch die Kolleginnen und Kollegen aus Erftstadt und dem Ahrtal sofort wieder im Einsatz, um die Betroffenen im Katastrophengebiet zumindest von der Last ihrer unwiederbringlich zerstörten Habseligkeiten zu befreien. Eine sehr traurige Arbeit, denn in jedem Hausrat stecken ideelle Werte wie Fotoalben, Kinderbilder und alles, was sich in einem Menschenleben so ansammelt. All das wurde im Minutentakt in die REMONDIS-Niederlassung an der Tonstraße gefahren. Berge von Sperrmüll türmten sich innerhalb kürzester Zeit auf extra genehmigten Sonderflächen zwischen den Recyclinganlagen auf. Dass sie heute, fünf Monate nach der Katastrophe, bereits sortiert und beseitigt sind, grenzt an ein Wunder. Doch es war kein Wunder, sondern der unermüdliche Einsatz der Kolleginnen und Kollegen, der dies möglich gemacht hat.

    Der Dank gilt den vielen Helferinnen und Helfern, die innerhalb kürzester Zeit alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, um den Betroffenen vor Ort zu helfen

Unterstützung im Verbund

Auch aus den REMONDIS-Beteiligungsgesellschaften eilten freiwillige Helfer herbei. So halfen die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO) in zwei vom Hochwasser betroffenen Gebieten aus. Die ÖPP der Stadt Oberhausen mit REMONDIS, die jüngst ihr 25-jähriges Jubiläum feierte, war mit 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Nachbarstadt Essen präsent. Denn auch hier an den Ufern der Ruhr war es zu großen Schäden durch Überschwemmungen gekommen. Drei große Sperrmüllwagen und ein Pritschenwagen wurden mitgeschickt, um dem Essener Entsorgungsbetrieb EBE, ebenfalls eine REMONDIS-ÖPP, unter die Arme zu greifen und Sperrmüll und Elektroschrott von den Straßen zu entfernen. Währenddessen haben zwei weitere Mitarbeiter der WBO in Bad Neuenahr geholfen. Auch hier hatte das Hochwasser nicht nur zahlreiche Häuser zerstört, der durch das Wasser entstandene Schlamm verstopfte die Kanäle. Um sie wieder freizubekommen, schickte die WBO einen Saug-/Spülwagen in die Region. „Unsere Mitarbeiter waren vor Ort und haben tatkräftig mit angepackt, um die Kanäle zu reinigen, damit bei weiteren Regenfällen das Wasser wieder abfließen kann“, erklärte Geschäftsführer Karsten Woidtke.

Die Wasserexperten von REMONDIS Aqua reagierten ebenfalls umgehend mit praktischer Hilfe und rückten aus, um die Kanalisation im Ahrtal wieder freizuspülen. Siehe auch den Bericht Hochwasser-Katastrophe: „Hilfe ist für uns selbstverständlich"

Bereits in der Katastrophennacht begannen die ersten Einsätze

  • Aus der REMONDIS-Niederlassung Eifel-Mosel wurden noch in der Nacht der Katastrophe mit sechs Abrollkippern Sandsäcke in die am schlimmsten betroffenen Gemeinden gefahren. Ab zwei Uhr nachts versuchte ein Kollege, mit dem REMONDIS-Bagger auf der Staumauer in Biersdorf das Treibgut aus dem anschwellenden Wasser zu bergen, um den Druck auf die Staumauer zu verringern. Weiter ging es mit sieben Abrollkippern, die sofort mit der Beseitigung des Sperrmülls begannen. Währenddessen beantworteten die Kolleginnen und Kollegen an den Waagen und in der Verwaltung geduldig und freundlich alle Anfragen, die im Sekundentakt aufliefen.

    Auch die Kolleginnen und Kollegen der Düsseldorfer Awista sammelten bei dem Dauereinsatz nach der Flut 2.307 Tonnen Hochwassersperrmüll sowie rund 900 Elektrogeräte ein. Insgesamt 49 Mitarbeitende der Awista, eine Beteiligungsgesellschaft der Stadt Düsseldorf mit REMONDIS,  leisteten freiwillig Sonderschichten.

    Der eingesammelte Sperrmüll, 333 Tonnen, wurde zu REMONDIS Rhein-Wupper in Reisholz gebracht und dort sortiert. Das Problem war hier dasselbe, wie in allen Katastrophengebieten: Was in normalen Zeiten noch gut sortiert werden kann, ist durch Wasser, Schlamm und Fäkalien so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass ein stoffliches Recycling oft kaum noch möglich ist. Trotzdem hat REMONDIS versucht, rohstofflich zu retten, was noch zu retten war. Für den Rest blieb nur der Weg in die thermische Verwertung.

    Teile des Ahrtals sahen nach der Flut wie ein Kriegsgebiet aus. Die Aufräumarbeiten dauern auch Monate später noch an

Allen Helferinnen und Helfern gebührt großer Dank!

In der Bilanz der Einsätze während und nach der Katastrophe hat sich endgültig gezeigt, dass die Menschen, die als Mitarbeitende in der Kreislaufwirtschaft tagtäglich das Land, die Straßen und die Kanalisation sauber halten, zur systemrelevanten Infrastruktur gehören. Die Bürgerinnen und Bürger des Landes wissen zu schätzen, was Fahrer, Sammler, Sortierer, Recycler und Kanaltechniker leisten. Diese Wertschätzung wird andauern, wenn die Folgen der Katastrophe längst beseitigt sind. Unser Dank gilt allen Helferinnen und Helfern.

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