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Bonn, September 2015: Im Vorort Muffendorf entrümpeln Erben einen übernommenen Hof und finden dabei rostige Metallgebinde, aus denen teilweise eine gelbe Masse ausgetreten ist. Ein verblichener Giftaufkleber lässt nichts Gutes vermuten. Die Erben rufen die Feuerwehr, die wiederum das Notfallmanagement der BUCHEN UmweltService alarmiert. Was folgt, ist die diffizile Bergung eines Giftfunds, der nicht alltäglich ist.
In fünf 10-Kilogramm-Eimern lagert die Substanz auf dem Dachboden eines baufälligen Schuppens – vermutlich schon seit Jahrzehnten. Ein Eimer ist zerbrochen, ein weiterer stark korrodiert und offen. Schnell steht fest: Die Bergung muss hochprofessionell durchgeführt werden. Denn es handelt sich um ein seit langem verbotenes Pestizid, das durch Reaktion mit den Metallbehältern zum hochexplosiven Gemisch geworden ist. Bei Bewegung, Druck, Reibung oder thermischer Veränderung könnte die Chemikalie explodieren – vergleichbar einer geschätzten Sprengkraft von 20 Kilogramm TNT.
In fünf 10-Kilogramm-Eimern lagert die Substanz auf dem Dachboden eines baufälligen Schuppens
Das Notfallmanagement der BUCHEN UmweltService geht die Sache umgehend an. „Um die richtigen Leute vor Ort zu haben, setzten wir unser Netzwerk in Gang und organisierten als Generalauftragnehmer alle benötigten Experten“, so Gero Buchartz, Leiter des Notfallmanagements. In Abstimmung mit einem Krisenstab aus Vertretern von Feuerwehr, Landeskriminalamt, Kampfmittelräumdienst, Umwelt- und Ordnungsamt entsteht in kürzester Zeit ein Konzept mit genauem Ablaufplan.
Schnellstmögliche Unterstützung im Schadensfall: Das 24-Stunden-Notfallmanagement von BUCHEN bietet sichere Abwicklung von Noteinsätzen.
Zunächst soll die Chemikalie überall dort durchfeuchtet werden, wo sie bereits ausgetreten ist. Dies setzt ihre Reaktionsfähigkeit herab. Dann gilt es, die Substanz aus dem zerbrochenen und dem offenen Eimer herauszuspülen und aufzufangen. Um eine sichere Zugangsplattform zu schaffen, wird rund um den Schuppen ein Gerüst montiert. Diese Aufgabe übernehmen die Gerüstbauer der BUCHEN-Schwestergesellschaft XERVON. Am Gerüst sind ein Kamerasystem zur Innenraumüberwachung und eine Beregnungsanlage montiert. Sie besteht vorwiegend aus Kunststoff und ist eine Eigenanfertigung. Standardanlagen aus Metall kommen nicht in Frage – bei einer Explosion würden sie zu gefährlichen Geschossen.
Am ersten Räumungstag werden alle Anwohner im 100-Meter-Radius evakuiert. Anschließend beregnet das Einsatzteam den Raum unterhalb des Gebindestandplatzes, denn zum Teil ist die Chemikalie durch Ritzen der Dachbodenbohlen nach unten gerieselt. Ein Hochdruck-Saug- und Spülfahrzeug von BUCHEN saugt die Flüssigkeit unmittelbar auf. Anschließend wird der Raum freigeräumt und zur Abstützung der morschen Balkendecke mit Styrodurplatten verfüllt. Dabei sind die Akteure mit Chemikalienschutzkleidung, Messtechnik und Atemschutzmaske ausgerüstet.
Jetzt beginnt der heikelste Teil: Mit Hilfe der Beregnungsanlage wird die giftige Substanz aus den offenen Gebinden herausgespült. Dank Kameraüberwachung können die Wasserpumpen aus sicherer Entfernung ferngesteuert ein- und ausgeschaltet werden. Eine spezielle Wanne fängt das Spülwasser auf und leitet es in Spezialbehälter. So lässt sich das Wasser fast vollständig erfassen. Verlustmengen nimmt das BUCHEN Saug- und Spülfahrzeug vom vorher versiegelten Bodenbereich auf und pumpt sie ebenfalls in Spezialbehälter. Nach fünf Stunden ist die Chemikalie herausgespült. Der Krisenstab kann aufatmen.
Bei der Bergung ist äußerste Vorsicht geboten
Alle Anwohner wurden weiträumig evakuiert
Rechtssicher und kompetent koordiniert das Notfallmanagement alle erforderlichen Maßnahmen und übernimmt die effiziente Schadensbehebung.
Am nächsten Tag geht es an die Bergung der geschlossenen Eimer. Diesmal ist das Gefahrenpotenzial geringer, weshalb lediglich eine Evakuierung der direkten Anwohner erfolgt. Nach dem Abdecken des Schuppendachs präsentieren sich die Behälter unbeschädigt und recht stabil. Also bauen die XERVON-Gerüstbauer das Gerüst um und installieren ein Trägersystem mit ferngesteuerter Hebevorrichtung. Vorsichtig werden die Gefäße aus dem Schuppen gehoben, in erschütterungsgedämmte ransportgebinde platziert und dann in den explosionsgeschützten Kugelbehälter eines Spezialanhängers des Kampfmittelräumdienstes verladen.
BUCHEN übernimmt die Nacharbeiten: fachgerechtes Verpacken und Entsorgen aller kontaminierten Materialien einschließlich Intensivreinigung der betroffenen Flächen. Positives Fazit aller beteiligten Einsatzkräfte: Eine ebenso professionelle wie perfekte Zusammenarbeit – besser hätte es nicht laufen können.